Feedback

Diese Seite ist für Kritik, Anregungen, Support, Grussbotschaften. Voraussetzung hierfür ist allerdings Name und Webpräsenz, keinesfalls werden hier Nicknamen und anonyme Kommentare erlaubt sein. Schliesslich verstecke ich mich auch nicht hinter einem Fake und ausserdem stehe ich zu meiner Meinung und meinem Tun. Es ist ja schon ein trauriger Anlass, weshalb diese Seiten entstanden, aber nach jahrelangem Hickhack mit Veranstaltern, Betrügern sowie teilweise fruchtbaren Diskussionen mit ehrlichen Kollegen……hat sich nichts und wirklich überhaupt nichts verändert, eher verschlechtert. Was kann man NOCH tun, als alles mal wirklich an die große Glocke zu hängen ?  Dies geschieht nämlich im Moment, die Blogadresse wandert in die Mailbox jedes mir bekannten Veranstalters und an zahlreiche Kollegen.

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47 Gedanken zu „Feedback

  1. Danke Rainer!
    Ein mutiger Schritt, der lang überfällig war.
    Wir kämpfen jeden Tag mit den Unkosten, investieren viel Zeit um, unser Glas zu machen und anschließend mit der Suche nach vermeindlich ‚guten‘ Kunsthandwerkermärkten. Kommen hin und da ist sie, die Handelsware. Da sollten wir am Besten wieder einpacken, aber wir bleiben. Denn das macht man nicht, als Profi-Kunsthandwerker.
    Meine Tipps für Veranstalter sind:
    1) Fragen Sie Ihre anderen Austeller, wenn Sie nicht sicher sind, ob jemand die Sachen selber macht.
    2) Vergleichen Sie Preise. Handelsware ist nun mal BILLIG!
    3) Schauen Sie beim Abbau hin, ob ein Aussteller seine Sachen vorsichtig einpackt oder nicht.
    4) Verlangen Sie Fotos von der Werkstatt und von der Herstellung, auf denen der jenige zu sehen ist.
    5) Wer sagt „Die macht ein Bekannter/Freund/ (oder wer halt immer) von mir.“ oder „Die lasse ich nach meinem Entwurf machen“, lügt mit aller Wahscheinlichkeit. Wenn es so wäre, warum ist der Bekannte nicht auf Ihrem Markt?
    Ein Keramiker, der plötzlich geschmiedete Eisenteile mit Glaskugeln verkauft, macht die mit Sicherheit nicht selbst.
    Wir waren mal auf ein Kunsthandwerker Markt in Kaltenberg . Als ich dem Veranstalter zeigt, wie sich die ‚Made in China‘ Kisten hinter dem Stand vom Nachbarn stapeln, meinte er: „Vielleich kauft er aber nur die Kartons in China!“… Klar!

  2. Hallo Rainer,

    ich möchte Dir zu Deinen Aussagen gratulieren und bin im Gründe genommen 100%ig Deiner Meinung. Das große Problem, das ich sehe ist die Öffentlichkeit dieses Blogs. Wenn solch eine Diskussion in großem Stil losgetreten wird, dann sehe ich die Gefahr, das dann sogar die letzten verbliebenen guten Veranstaltungen und Veranstalter darunter leiden werden. Es fällt letztlich dann auf alle zurück und alle, also auch die ehrlichen Kunsthandwerker werden diese Diskussion zu spüren bekommen, weil der Kunde total verunsichert wird und es sich gut überlegen wird, ob es sich überhaupt noch lohnt solche Märkte zu besuchen.
    Ich halte Deine angesprochene Thematik und die Diskussion darüber aber für absolut notwendig – aber und das ist mein Vorschlag – wir sollten intern diskutieren und diese Diskussion nicht jedermann zugänglich machen. (Ich stelle mir gerade vor ich gebe in der Google Suche ein „gute Kunsthandwerkermärkte“ und es erscheint: Betrug auf Handwerkermärkten…).

    Wenn die professionellen Kunsthandwerker es schaffen würden dieses Thema mal zu diskutieren und dann entsprechende Beschlüsse auch gegenüber den Veranstaltern durchsetzen könnten, dann wäre meines Erachtens nach schon viel gewonnen und die Qualität der Märkte könnte sich mittelfristig wieder nach oben bewegen, statt, wie zur Zeit nur nach unten durch die Verwässerung mit Hobbyleuten und Handelsware.

    Im übrigen werde ich, wenn es Dir recht ist einen Link auf die interne Seite der von mir ins Leben gerufenen Seite http://www.diekunsthandwerker.de setzen und Deinen Beitrag damit an Kollegen weiterleiten.

    • admin sagt:

      Vielen Dank Dieter, für deine Zeilen. Ich sehe aber in der Öffentlichkeit dieses Blogs kein Problem. Noch mehr verunsichert als momentan können die Kunden nicht werden, es gibt zum Glück aber die intelligenten Kunden, die mit offenen Augen über die Veranstaltungen laufen und auch mal hinterfragen, was sie sehen. Insofern ist es auch unbedingt NÖTIG, die Handelsware hier zu ZEIGEN und nicht nur darüber zu reden. So sind zumindest im Glasgewerke die übelsten Beispiele mal veröffentlicht und ich hoffe nach wie vor, dass andere Gewerke folgen werden. Nur so kann Sensibilität bei Kunden (und natürlich auch bei den Veranstaltern) geschaffen werden. Was die „interne“ Diskussion angeht, die du erwähnt hast: dieses Thema ist seit 5 bis 7 Jahren schon heiss und eskaliert immer mehr. Es wurde diskutiert auf den Märkten, mit Mitausstellern, mit Veranstaltern und im Kunsthandwekerportal.de Alles, was man dazu sagen kann und konnte ist schon irgendwo irgendwie gesagt worden, nichts hat sich geändert. In diesem Blog soll es ums „ZEIGEN“ gehen, wenn dadurch „interne Diskussionen“ wieder aufleben, ist das nur gut. (Satire an: Es ist ja aber auch bekannt, dass wenn 5 Kunsthandwerker um einen Tisch sitzen, mindestens 10 Meinungen zur Sprache kommen….Satire aus.) Ich befürchte, dass „interne Diskussionen“ und „entsprechende Beschlüsse“ so lange dauern, dass wir dann alle schon auf Rollatoren gestützt zu den Märkten gehen. Meiner Meinung nach sind hauptsächlich die Veranstalter gefragt, und denen muss man zeigen, WAS alles an Handelsware am Markt ist und man sollte als Aussteller auch die Courage haben, den Finger zu heben und auf Betrug hinzuweisen.

    • Hallo Rainer,
      ich befürchte der Jörg hat recht. Es könnte echt passieren, dass das Publikum uns alle für ‚Betrüger‘ hält bei sollchen Schlagzeilen.

  3. conny erker sagt:

    hallo rainer, finde ich gut,dass du dich um dieses problem kümmerst.
    ich bin, wie ihr wisst, aus dem textil- und ledergewerk und mir fällt
    auch fast auf jedem markt handelsware ins auge, meistens sieht man es
    gleich am preis, als nächstes fällt einem auf, dass man das gleiche produkt
    doch auch schon woanders gesehen hat. auf nachfrage hört man dann
    „das mach ich mit meinem schwager, cousin, onkel etc. aus rumänien,
    ungarn “ usw.
    leider sind die veranstalter oft beratungsresistent und der aussteller ist beim
    nächsten mal wieder dabei.
    ich habe mich diesbezüglich schon oft mit ausstellern und veranstaltern
    gestritten.
    ich werde mir auch angewöhnen die eindeutigen dinge zu fotografieren,
    mal sehen, ob man mich lässt
    schwieriger finde ich es, die kataloge zu finden, die als beweis nötig sind,
    weil ich nicht auf messen gehe und auch selbst keine handelsware angeboten
    bekomme.
    was mir ausserdem nicht gefällt, sind aussteller, die mal als kunsthandwerker
    angefangen haben und heute ein betrieb mit x mitarbeitern und z.b. nähern
    sind , wie cover b oder clamotti. auch da finde ich, es handelt sich eigentlich
    schon um handelsware.

    dass die diskussion öffentlich geführt wird, finde ich eigentlich okay,
    weil ich denke, dass der aufmerksame kunde den betrug auch merkt und dann
    wenigstens weiss, dass sich darum gekümmert wird.

    ich werde die diskussion weiter verfolgen.

  4. Lieber Rainer,
    Dieser Blog berührt das Kernthema des Kunsthandwerks: Die Einheit von Gestaltung und Ausführung. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal (um die Sprache der Marketingleute zu benutzen), den es als Qualitätsmerkmal herauszustellen gibt. Denn durch diese Arbeitsweise können Werkstücke entstehen, bei denen der gestalterische Wert den höheren Preis zur ja auch handwerklich gefertigten Importware rechtfertigt. Ziel unserer Arbeitweise sind „authentisch“ hergestellte Waren. Somit wird und braucht qualitätvolles Kunsthandwerk nie Massenware weden.
    Ich glaube auf diese simple kleine Formel sind die Veranstalter einzuschwören. Wer dem nicht folgt wird authentische Produkte auf seinem Markt verlieren. Da muß man sich als Veranstalter entscheiden, so wie es der Kunsthandwerker bei der Auswahl seiner Märkte es ja auch tut. Das mag zu Verlusten führen, aber letztendlich sind unsere Preise nur bei guter Glaubwürdigkeit der Gesamtveranstaltung durchzusetzen. Mit diesem Blog kann man Veranstaltern und Ausstellern helfen sich zu sortieren.
    Also, beziehen wir die Veranstalter mit in diese Diskusion ein.
    Cornelius Réer

  5. Ich bin schon, im grunde, für dein ‚Name and Shame‘ tacktick. Aber ich weiß nicht ob die Besucher aufein KHWMarkt das so gut beurteilen können, wie wir. Du sagst selber, dass Du mit anderen gewerken nicht auskennst. Was mache ich zum Beispiel wenn jemand die Bilder auf diese Seite mit den ‚China‘ Kugel sieht und am Markt annimmt, dass ich meine Briefbeschwerer auch aus China holt. Solang ich die gelegenheit habe mit den zu reden kann ich den vielleich überzeugen, aber wenn sie das nur denken, habe ich verloren. Und selbst wenn sie mir glauben, bleibt die frage, ob sie etwas kaufen. Wenn jemand zum Beispiel ein Foto von Dein Stand machen und dazu eine Abbildung aus ein Katalog mit Dichroic Schmuck zeigen mit Handelsware. Wie gehst Du damit um. Sobald ein Negative gedanke da ist sind wir in der Beweißpflicht und müßen dauernd unsere Kunden Überzeugen. Es war mal der Gerücht in Schwabing, dass wir unsere Briefbeschwerer nicht selber machen. Angefangen hat es als jemand sagte: „sie sei nicht sicher ob wir sie selber macher“, es wurde dann weiter erzählt dass wir sie nicht selber machen. Bis der Vorwurf bei uns landete, waren die anderen schon negativ beeinflusst. Es hat jahre gedauert, bis alle vom Gegenteil überzeugt waren. Und das war ’nur‘ unter die Aussteller.

    Wir haben ein Schild mit Adresse im Stand, darauf steht Weißenfeld bei München. Auf ein Markt in Berlin geht jemand am Stand vorbei und rief: „Weißenfels ist gar nicht bei München!“ und ging weiter. Es hat die Kunden nicht interessiert, dass er sich verlesen hat, sie schauten mich an als wäre ich ein Schwindler. Punkt ist damals ging es nur um die Adresse, was mache ich wenn jemand über die Produkten herziet. Obwohl sie falsch legen kann ich nicht gewinnen bzw. verkaufen.

  6. Hallo Rainer – ich möchte noch mal kurz auf Deine Antwort eingehen – wenn es nur um das ZEIGEN von belegbaren Negativbeispielen aus den verschiedenen Gewerken gehen soll habe ich auch kein Problem mit der Öffentlichkeit – man kann aber auch viele Dinge nicht äußern, weil man sich in die Gefahr begibt Abmahnungen zu erhalten wenn man z.B. auf Veranstalter oder Veranstaltungen namentlich hinweist, bei denen Handelsware usw. im Übermaße vorhanden ist (sozusagen pauschal belegbaren Nachweis).

    Ich hoffe auch, das diese Diskussion (sofern es denn eine wird) dazu führt Dinge klarer herauszuarbeiten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie die professionellen Kunsthandwerker zukünftig mit der immer mehr ausufernden Praxis der Handelsware umgehen wollen. Für mich ist es ganz klar, das wir nur etwas erreichen können, wenn wir gemeinsam etwas für die Aufklärung der Kunden und Veranstalter unternehmen. Und jedes Gewerk ist gefordert zu schauen, wie es mit der Handelsware aussieht.

    Und da knüpfe ich dann gleich mal bei Conny an – wann hört der Kunsthandwerker auf Kunsthandwerker zu sein und wird laut Conny zum Händler – wir müssen uns nämlich erst mal selber klar sein, was wir überhaupt für Anforderungen und Kriterien haben, die der Veranstalter dann einhalten soll – das müsste man wirklich mal konkret ausarbeiten und dann gäbe es eine Grundlage mit der man auch an die Veranstalter herantreten könnte.

    Und es wäre auch mal ganz schön, wenn wir als diejenigen, die die Märkte kennen eine Liste von Veranstaltungen erarbeiten könnten, die wir den Kunden auch guten Gewissens empfehlen können weil eben die Veranstalter ein wachsamen Auge auf dieses Thema haben. Sozusagen der Kunsthandwerkermarkt mit Zertifikat…

    Und all dies würde umso besser gelingen, je mehr Kollegen es schaffen sich daran aktiv zu beteiligen…

  7. Lieber Rainer,
    du sprichst mir (und Wolfgang) aus dem Herzen. Wie Conny Erker haben wir jedoch kaum
    Möglichkeiten, an Kataloge (Lederwaren) zu kommen. Hast du ’nen Tip?
    Wenn du Unterstützung. z.B. bei unseren Veranstaltern brauchst, so melde dich. Wir werden alle Kollegen und Veranstalter, die den Blog noch nicht kennen, darauf aufmerksam machen.

    • admin sagt:

      Vielen Dank zunächst für eure Beteiligung an diesem Blog. Es ist mir immer erst in den Abendstunden möglich, die Kommentare freizuschalten, dann, wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin. Wenn also tagsüber was gepostet wird, landet es erstmal in der Warteschleife. Das möchte ich auch nicht anders regeln, hat nichts mit „Zensur“ zu tun. Aber ich möchte mir u.a. zuerst ansehen, WER postet (um anonyme Posts zu erschweren) und dann möchte ich auch im Vorfeld „Schüsse unter die Gürtellinie“ verhindern. Ich verstehe die Bedenken, die Stephen hat. Solche Gedanken und Befürchtungen habe ich im Vorfeld auch immer gehabt. Ich glaube aber, dass man sich da zuviel Angst einredet. Best case: viele Veranstalter (und um die geht es hauptsächlich) sehen den Blog und sehen die Importware und fangen an mal nachzudenken über ihre Märkte. WIR führen die Diskussion MIT den Veranstaltern, entweder hier oder an anderer Stelle, (wobei mir noch überhaupt nicht klar ist, wie man das in der Vorweihnachtszeit, wo jeder echt beschäftigt ist, auf die Reihe kriegen soll), so wie Dieter Koch das anregte. Worst case: diejenigen Veranstalter, die sowieso ein hohes Niveau garantieren und den Blog verfolgen, werden uns recht geben oder vielleicht die eine oder andere Anregung mit auf den Weg geben. Die anderen Veranstalter werden sich nicht äussern und weitermachen wie bisher.
      Was die Befürchtungen bezgl. Kunden angeht: ich glaube nicht, dass die -sagen wir mal vorsichtig- „einfacher gestrickten“ Kunden, die immer nur „nach Bestpreis“ kaufen und nicht nach Qualität, dass diese Kunden irgendwie bei Google nach „gute Handwerkermärkte“ suchen. Und dann ist dieser Blog noch lange nicht so bekannt, dass dann als Ergebnis ausgerechnet „Betrug auf KHW-Märkten“ erscheint. Und selbst wenn, dann lesen diese Kunden hier mit und sehen sich die Beispiele an und wir erreichen auch eine Sensibilisierung für Preis/Leistung beim Kunden. Und die Kunden, die gezielt auf Handwerkermärkte gehen, nicht die „Bratwurstkunden“ (ihr wisst , was ich meine), die sind so intelligent, dass sie Handelsware erkennen, und wenn nicht, dann hinterfragen sie. Ich denke, dass alle KHWler plötzlich unter Gerneralverdacht stehen sollen, ist eine nachvollziehbare Befürchtung, aber real nicht zutreffend. Aber wenn das natürlich so weitergeht wie die letzten Jahre, und Handelsware ohne Ende auf KHW-Märkten angeboten wird, dann sind die Befürchtungen, dass irgendwann alle KHWler in den Händlertopf geworfen werden, berechtigt. Deswegen finde ich es ja auch so überaus verwerflich, schändlich und übel, wenn „Kollegen“ Handelsware in die Eigenprodukte mischen und Veranstalter und Kunden anlügen. Es fällt letztendlich auf alle zurück. Auch deshalb ist dieser Blog entstanden.
      Was die anderen Gewerke angeht: ich weiss nicht, wo Katalogfotos oder Kataloge von Leder, Holz etc. zu erhalten sind. Woher auch ? Ich bin schon beim Glas an der Grenze, die gezeigten Beispiele sind diejenigen, die a) am weitesten verbreitet sind und b) auch zu 100% nachweisbar durch Kataloge. Ich würde den anderen Gewerklern raten, auch solche Blogs zu erstellen, es ist nicht so schwer, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Die Blogs könnten dann untereinander verlinkt werden…….
      So einen langen Kommentar werdet ihr zukünftig nicht mehr erwarten können, die Arbeit geht vor (und weiter). Ich denke, dass wir -neben der Fortführung der hier beginnenden Diskussion (hoffentlich auch bald mit dem einen oder anderen Veranstalter) sehen sollten, dass sich der BLog vielleicht so weit wie möglich verbreitet, die Zugriffsstatistik zeigt, dass dies der Fall ist. Vielen Dank dafür.

  8. Ich bin seit 18 Jahren selbständiger Kunsthandwerker im Bereich Holz und auch ich fühle mich von sogenannten „Kunsthandwerkern“, die nichts anderes tun, als eingekaufte Ware anzubieten und auch noch frech behaupten, alles selbst zu machen, in meiner Existenz bedroht. Ich meine, dass hier in erster Linie die Veranstalter gefordert sind, die in ihren Verträgen zwar den Verkauf von Handelsware verbieten aber dann doch faule Kompromisse eingehen.
    Mir selbst ist schon passiert, nachdem ich den Veranstalter auf Handelsware angesprochen und auch entsprechende Kataloge vorgelegt habe, mit Ausflüchten und Beschwichtigungsversuchen abgewimmelt wurde. Nach meiner Erfahrung machen Interventionen nur dann Sinn, wenn nicht nur einer sich beschwert, sondern im Prinzip jeder ehrliche Kunsthandwerker. Denn dann müsste sich der Veranstalter entscheiden, was er eigentlich will: Kunsthandwerk oder Jahrmarkt?

    Aufgefallen ist mir, dass Veranstalter umso verärgerter reagieren, je höher das Image eines Marktes ist – nicht auf den Vertrieb der Handelsware, sondern auf die Intervention des Kunsthandwerkers.
    Auch mehrere Versuche der Direktkonfrontation mit „sogenannten Kollegen“ endeten mit unschönen Dialogen und der Androhung von Verleumdungsklagen. So was kann ich mir allerdings schon finanziell nicht leisten. Eine gerichtliche Auseinandersetzung brächte sowieso nichts, da der Begriff „Kunsthandwerker“ nicht geschützt ist. Auch in Afrika oder Asien durch Kinderhände oder Sklavenarbeit hergestellte Waren entsprechen dem Begriff Kunsthandwerk oder handgemacht.
    Am meisten ärgert mich, dass der gesamte Berufsstand der Kunsthandwerker, die hier in Deutschland produzieren (mit allen finanziellen Konsequenzen) sich für ihre Preise rechtfertigen müssen und auch noch von den „Händlern“ ausgelacht werden, wie blöd wir „Selbermacher“ doch alle sind. Mittlerweile reagieren auch Marktbesucher sehr erstaunt, wenn man glaubwürdig darlegt, dass man alles selber herstellt.
    Betrügereien beschränken sich nicht nur auf Handelsware. Ich habe in den letzten 18 Jahren einige „Kollegen“ kennen gelernt, von denen definitiv bekannt ist, dass sie nicht selber produzieren, sondern produzieren lassen, meistens im Ausland aufgrund hervorragender Connection – die erwirbt man sich, wenn man die Landessprache beherrscht, oft Urlaub im entsprechenden Land macht oder selbst jahrelang dort gelebt hat oder aber der Lebensgefährte aus diesem Land stammt. Gerade im Holzbereich kenne ich auch „Kollegen“ die in Behindertenwerkstätten arbeiten lassen (oft bei Kinderspielzeug). Auch kann ich mir gut vorstellen, dass diverse Aufträge auf entsprechenden Messen problemlos vergeben werden können.
    Ich bin auch der Meinung, dass Serienfertigung mittels Automaten (z.B. CNC-Maschinen) nichts mit Kunsthandwerk zu tun hat.

    Der durchschnittliche Marktbesucher kann nur schwer zwischen Eigenproduktion und durchaus ansprechender Handelsware unterscheiden. Die Mehrzahl der Marktbesucher schaut nur auf den Preis. Wir sind halt ein Schnäppchenland geworden. Selbst ich kann nicht immer erkennen, was eingekauft ist. Da ich nicht auf Messen gehe, fehlen mir auch die entsprechenden Bezugsquellen. Mich macht meistens der Preis der Ware stutzig und die Überlegung wie das wohl gehen mag, zu diesem Preis zu produzieren.

    Auffällig sind auch die Anbieter, die mehrere Gewerke anbieten. Diese „Tausendsassas“ können keine Kunsthandwerker sein. Dubios sind mir auch „Kollegen“, die kistenweise Ware (z.B. Tausende von aufwendigen Geldbörsen ab 4,95 € ) auf und unter ihrem Tisch haben, mit einem dicken fabrikneuen Wohnmobil vorfahren und acht oder zehn vierwöchige Weihnachtsmärkte bestücken können. Wie soll das gehen? Die meisten von uns sind ja wohl Einzelkämpfer und haben keinen unbegrenzten Fundus.

    Ich kann meinen Kunden gegenüber nur so argumentieren, dass es die von mir gefertigte Ware nirgends sonst zu kaufen gibt, da immer mein persönlicher Stil in meinen Produkten steckt. Viele meiner Stammkunden schätzen dies auch. Auch kann ein Werkstattbesuch vereinbart werden.

    Grundsätzlich finde ich eine Diskussion hierüber sehr begrüßenswert, bin mir aber nicht sicher, ob der Schuss nicht letztendlich nach hinten losgeht. Ich bin schon besorgt, was solche Foren für Konsequenzen für uns haben? Wer liest diese Foren? Sind wir dann als Nörgler und Unruhestifter abgestempelt und werden für keinen Markt mehr eingeladen?

    Lieber Rainer, da Du ja selbst in entsprechenden Foren jahrelang aktiv warst, dürfte Dir die Existenz von „Trollen“, die solche Foren für ihre eigenen Belange missbrauchen, nicht unbekannt sein. Ich würde mich freuen, wenn Du dies von vorn herein unterbinden kannst.

  9. conny erker sagt:

    ich habe heute noch ein paar neue gedanken zum thema gehabt und zwar:
    was ist eigentlich mit den kollegen, die im grossen und ganzen mit selbst hergestellten
    sachen kommen und dann zur „aufpeppung“ alles mögliche zugekaufte haben?
    oft sind das ja auch „alte hasen“ , länger als ich dabei, und mit vielen gut freund.
    wenn man da eine kritik anbringt, hat man es sich vielleicht mit diesen verscherzt.

    oder anders gesagt, wo ist die grenze vom zugekauften?
    manche sachen passen ja ganz gut zum selbstgemachten produkt und tun auch nicht so
    als wenn sie selbstgemacht wären ( duftöle beim keramiker, lederbändel beim lederer,
    perlen beim schmuckhersteller)
    beim produkt selbst sollte aber der überwiegende teil gemacht und nicht gekauft sein.
    liebe grüsse, conny

  10. Wenn ein Maler Bilder mit Rahmen verkauft, oder ein Keramiker Öle zur Duftlampe verkauft, sind das ’nur‘ Verkaufshilfen.
    Aber wenn die Öle im Vordergrund stehen und einzeln verkauft werden, eben nicht mehr. Was Schmuck angeht, find ich die Verhältnisse noch viel wichtiger. Wenn man nur Auffädelt und sonst nichts, hat das mit Kunsthandwerk nichts zu tut. Da wird nichts eigenes geschaffen, egal wie lange man über die Gestalltung redet. Auch wenn man bei eingekauften Armbändern ein paar eigene Perlen ‚einschmuggelt‘, macht es das nicht legitim in mein Augen!
    Aber letztendlich ist dies ein Kodex und es gibt dafür keine Regeln. Man kann nur hoffen, dass ein Veranstalter sowas nicht zulässt. Wenn doch, nicht mehr hingehen und diesen Grund dem Veranstalter sagen. Wenn wir auf einander losgehen, bringt das nur Stress und Unruhe, aber ich glaube es ändet nichts im possitiven Sinne.

    • admin sagt:

      hallo !
      @ Peter Wasserthal: vielen Dank für deine Gedanken hier. Ich möchte nur kurz richtigstellen, dass ich nicht in „entsprechenden Foren jahrelang aktiv war“. Wenn mit „entsprechenden Foren“ das Kunsthandwerkerportal.de gemeint ist (und ein anderes kenne ich nicht), so habe ich dort nur einem einzigen Thema gepostet, nämlich diesem: http://mein.kunsthandwerkerportal.de/forum/beitrag/warnung-weihnachtsmarkt-freiburg und den auch ohne Nickname oder Pseudonym sondern mit „heruntergelassenen Hosen“. Ich finde Anonymität im Internet manchmal notwendig, aber es verleitet natürlich auch, sich hinter dieser zu verstecken und dann schön maskiert mal richtig auf die Kacke hauen zu können.

      @ alle: Die Thematik, um die es hier geht, soll eben NICHT anonym behandelt werden. Deshalb wird nach wie vor jedes Posting in die Warteschleife gepackt, so lange, bis ich es freischalte. Ich sehe mir die Absender an (die ich bisher allermeistens kenne) und wenn sich jemand unbekannt verewigt würde ich zuerst den/diejenige anmailen um zu garantieren, dass die Diskussion eben NICHT missbraucht wird. Ich versuche mal, den Stand der Dinge etwas zu bündeln:

      1. wie aus euern Beiträgen hervorgeht herrscht Konsens, DASS es die Handelsware auf vielen Veranstaltungen in verschiedensten Gewerken in verschiedensten Erscheinungsformen (solo oder als „Beiprogramm“) gibt. Hierzu Beispiele und eigene Erfahrungen zu posten ist zwar nützlich, letztendlich kommen wir einer Lösung oder Teillösung damit keinen Schritt näher.

      2. unterschiedliche Meinungen , WO Handelsware „anfängt“ und „aufhört“ sind aus den Beiträgen ebenfalls herauszulesen. (Zukauf von Beiprogramm oder „nach eigenen Entwürfen“ fertigen lassen oder Produktion auslagern etc.) Hier muss noch ein „schärferes“ Profil erstellt werden.

      3. Konsens herrscht wohl darüber, dass ohne Einbeziehung und Beteiligung der Veranstalter wir uns jahrelang hier austauschen können, ohne Aussicht auf Veränderung.

      Ich habe zu Punkt 3 folgende Gedanken: wir alle haben diesen Blog die letzten Tage verteilt und weitergeschickt (so hoffe ich), auch hoffentlich an viele Veranstalter. Trotzdem fehlt hier in dieser Runde natürlich noch die Beteiligung derselben. Ich denke, solange wir den Gedankenaustausch hier im Blog vollziehen, wo wirklich jeder mitlesen kann (und es sind viele, viel mehr als hier aktiv posten, wenn man sich die Zugriffszahlen ansieht), solange ist es für Veranstalter schwer bis unmöglich, sich zu beteiligen. Im Kunsthandwerkerportal hat das nicht funktioniert (aufgrund der Anonymität, „Veranstalterbashing“ war dort an der Tagesordnung), hier wird es wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Deshalb möchte ich die Gedanken von Jörg Koch ein wenig weiterführen und konkretisieren: wir könnten z.B. ein Forum einrichten, nicht hier auf dem Blog (der rechtlich sowieso auf wackligen Beinen steht) sondern auf einer -neu einzurichtenden- Platform. Der Zugang zu diesem Forum und die Diskussion in diesem Forum wird kontrolliert und die Beiträge werden wie hier moderiert freigeschaltet. Unter „Kontrolle des Zugangs“ verstehe ich, dass jeder, der dort einen Account erhält, diesen beantragen muss. Mit Angabe von Name, Internetseite, Telefonnummer etc. so dass „Trolle, Fakes und Spinner“ das Forum nicht missbrauchen können. Selbstverständlich erfolgt der Zugang über Passwort. Einen 100%igen Schutz vor Missbrauch gibt es auch dann nicht, aber er lasst sich weitgehend minimieren (oder sehe ich das zu rosig ?) Jedenfalls schaffen wir damit eine Umgebung, wo sich Veranstalter und Handwerker mal austauschen können, ohne dass die Diskussion Gefahr läuft, unter der Gürtellinie stattzufinden. (Werte mitlesende Veranstalter: eure Meinung hierzu wäre schon wichtig zu erfahren). Und Diskussionspunkte, „Lösungs“ansätze gäbe es reichlich, ich werfe hier mal ein Paar diskussionsfähige Schlagwörter: Gütesiegel für Handwerkermärkte, welche Bewerbungskriterien sind für Veranstalter ausschlaggebend (oder sollten es sein), wie kann man oder sollte man bei entdecktem Betrug während einer Veranstaltung umgehen, wie kann man sich als ehrliche Handwerker besser organisieren, wäre hier auch eine Art Gütesiegel oder eine „Charta der Ehrlichkeit“ auszuarbeiten, und, und, und……

      reichlich Arbeit, wa ? Das sollte uns aber nicht abschrecken. Kurzfristige Erfolge sind wahrscheinlich nicht zu erreichen und es ist ja auch jedem klar, Handwerkern UND Veranstaltern, dass die Weihnachtszeit vor der Tür steht und jeder von uns ein Stück weit mit Existenzsicherung beschäftigt sein wird.

      Bis weitere Meinungen hierzu eingehen verabschiede ich mich mal ins Arbeitswochenende.
      Beste Grüße
      Rainer

  11. Peter Wendt sagt:

    Als Veranstalter kann ich in meinen Teilnahmebedingungen alles aufnehmen, was wir auch getan haben. Keine Handelsware, kein Schmuck aus Natursteinperlen usw.. Nun habe ich jedes mal neue Aussteller. Ich lasse mir Bilder von der Ware zukommen, frage nach wo diese schon waren, aber immer wieder kommt der eine oder andere mit nem Scheiß daher. Es nervt, genauso wie Aussteller, die sich auf 10 Märkten anmelden, bei uns aber unbedingt mitmachen wollen und dann die Rechnung vergessen zu zahlen und auch nicht kommen. Was mache ich nach der genauen Marktbelegung, die mich ein haufen Zeit kostet mit den leeren Plätzen? Das wäre auch eine Frage die zu klären ist. Nicht das ich den Markt voll bekommen will und Hauptsache Kohle her. Es sieht nur nicht gut aus, wenn ich 50 Aussteller plane und es sind zwischen den Ständen riesige Lücken.

    • admin sagt:

      @Peter Wendt: Vielen Dank für die Beteiligung an der Diskussion. Ich kann mir vorstellen, dass es von Veranstalterseite her noch reichlich mehr Probleme gibt, als Handelsware. „Leere Plätze“ und/oder nicht eingehaltene Vertragskonditionen gehören da sicher auch dazu. Hier im Blog soll es aber um Handelsware gehen und -leider- reicht es nicht, wenn man als Veranstalter sich Bilder kommen lässt und die Teilnahme an anderen Märkten hinterfragt. Die Auswahlkriterien zu Zulassung müssten um viele andere Punkte erweitert werden.
      @ alle und vor allem an alle mitlesenden Veranstalter: ich hätte schon gern ein paar Meinungen zu den Gedanken und Vorschlägen meines letzten Posts. Beste Grüße.

  12. Peter Wendt sagt:

    Ich wollte auch ausdrücken, daß es nicht es nicht leicht ist gute handwerkliche Qualität von Handelsware zu differenzieren. Klar, könnte ich hingehen und Zulassungen vom BBk oder KhwB fordern, jedoch gibt es eine Menge Kunsthandwerker, die diese Vereine ablehnen und eine hohe Qualität haben. Als Bildhauer lehne ich auch den BBK ab.
    Das Problem was sich auftut für Betreiber ist einfach die Spreu zu erkennen.
    Dann möchte ich meine Märkte auch nicht nach meinem Geschmacksempfinden ausrichten und wie hier häufiger erwähnt ist es kaum möglich in allen Gewerken Handelsware zu erkennen.
    Mit Gütesiegel kann ich wenig anfangen. Den Markt den ich übernommen habe war knapp vor Flohmarkt, jetzt habe ich diesen hochgezogen!
    Wenn wir von vorneherein andere Märkte blockieren, entsteht nichts neues. Wann wird das Siegel vergeben?

    • Gratulation – und herzlichen Dank das auch mal die Argumentation eines Veranstalters hier auftaucht – das ist m. E. dringend erforderlich und ich würde mir natürlich wünschen, das es ein Ansporn für andere Veranstalter ist, sich auch an dieser Stelle einzubringen.
      Der Wunsch geht natürlich auch an meine Kunsthandwerkerkollegen – es gibt mehr als 900 Seitenaufrufe aber nur 6 Kunsthandwerker, die sich bisher beteiligen…wo seid ihr alle??? Es muss doch auch mal möglich sein außerhalb der gemeinsamen Kneipenabende an Markttagen seine Meinung zu formulieren – oder ???

  13. Ich glaube hier sind wir an einem wichtigen Punkt angekommen:

    Der Schlüssel für eine gute Veranstaltung (im Sinne der professionellen Kunsthandwerker) liegt beim Veranstalter.

    Auf der anderen Seite wird es auch den Veranstaltern nicht immer gelingen die Spreu vom Weizen zu trennen oder anders ausgedrückt wir werden auf jeder Veranstaltung „Kunsthandwerker“ finden, die mit Handelsware arbeiten.

    Entscheidend ist meines Erachtens der Grad der Verseuchung der Gesamtveranstaltung – sind es wenige dann überstrahlen die „guten“ die „schlechten“ Kunsthandwerker und die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit macht auf die Kunden einen positiven Eindruck, sprich das qualitativ interessierte Publikum spürt was es an diesem Markt hat. Überwiegt aber die Zahl derjenigen Aussteller, die z.B. Hobbyware anbieten und ein dementsprechendes Preisniveau haben oder mehr Handelsware als eigene Produkte an ihren Ständen haben usw. dann kippt eine solche Veranstaltung und der Qualität suchende Käufer wendet sich ab. Solche Märkte machen für den professionellen Kunsthandwerker keinen Sinn mehr – aber viele Kollegen fahren trotzdem noch hin (sind dann in der Minderzahl und das Geschäft läuft schleppend bis schlecht) , weil sie keine Alternative sehen.

    Und hier gilt es meines Erachtens nach mit dem Veranstalter ins Gespräch zu kommen – es findet nämlich z.Zt. kaum statt.

    Die Veranstalter sollten ausdrücklich das Gespräch mit uns suchen indem sie die professionellen Kunsthandwerker zum Feedback auffordern und wir sollten ausführlich davon Gebrauch machen indem wir den Veranstaltern helfen in den unterschiedlichen Gewerken den Überblick zu behalten – das setzt offene Veranstalter voraus (die auch mit Kritik und Veränderungsvorschlägen umgehen können) und setzt voraus, das wir aktiv mitmachen und uns nicht in das Schneckenhaus zurückziehen und sagen was soll’s es gibt ja noch genügend andere Veranstaltungen (das ist nämlich von beiden Seiten her das Problem – keiner meint auf den anderen angewiesen zu sein – denn es gibt ja genügend Märkte und es gibt auch genügend Kunsthandwerker aber:

    – es gibt nicht genügend qualitativ gute Veranstaltungen und es gibt auch nur eine begrenzte Anzahl von professionellen Kunsthandwerkern.

    An diesem Schnittpunkt sollten wir uns treffen und gegenseitig behilflich sein um die Qualität der Veranstaltungen wieder nach oben zu bewegen.

  14. Kurze Ergänzung:

    Es gehört meines Erachtens nach auch zu unserer Aufgabe unsere Kunden aufzuklären und ihnen die guten Veranstaltungen besonders ans Herz zu legen und hier Aufklärungsarbeit zu leisten…

  15. Ines sagt:

    Hallo Rainer ,ich habe ein Weilchen gebraucht mir eine Meinung zu diesem Blog zu bilden . erste Reaktion war , toll ,mutig , sinnvoll. 2. reaktion ,mir gefällt die Tatsache nicht, Andere an den Pranger zu stellen. Viel zu groß ist die Gefahr durch Unwissenheit bleibenden Schaden anzurichten . Und wie auch oben schon geschrieben , wo sind welche Grenzen zu ziehen ?
    Ich denke es ist besser ( wie es ja oben auch schon anklang ) eine Art Stiftung Warentest Gütesiegel zu vergeben, und dies dann auch deutlich sichtbar am Stand anzubringen ( ich denke z. B. an die hübschen Fähnchen – Mitglied im BK – auf der Frankfurther Messe) Ich denke der Bk wäre dafür eigentlich die richtige Lobbi , und über die jetzt gedruckten Flyer versuchen die Mitgieder ja auch schon entsprechende Qualität kenntlich zu machen.
    Positives Verstärken halte ich immer für besser, und bietet dem Kunden und auch dem Veranstalter die Möglichkeit selber zu wählen.
    Wäre es nicht sinnvoll die bestehenden Strukturen der Berufsverbände für solch ein Gütesiegel zu nutzen , oder hab ich da ne rosa Brille auf ?
    Der Bk zumindest könnte sicherlich noch einige Mitglieder gebrauchen…..

  16. conny erker sagt:

    hallo ines, der bk ist doch ein total elitärer verein, der nach eigenem geschmack über die bewerber urteilt. da wird man nicht so einfach mitglied. ich jedenfalls habe da schlechte erfahrungen gemacht und betrachte mich trotzdem als gute kunsthandwerkerin
    gruss, conny

    • Ines sagt:

      Vieleicht sollte man daran mal arbeiten . Dass habe ich schon sehr oft gehört und mich auch so manches mal gewundert warum keine Aufnahme möglich war. Grundsätzlich denke ich aber wäre das der richtige Weg, denn der BK ist unser aller Lobbi . oder sollte es zumindest sein. Die dort bereits etablierten Strukturen wären für ein entsprechend fundiertes Gütesiegel sicher sinnvoller zu nutzen als so etwas neu aus dem Boden zu stampfen. Schließlich kennen Kunden und Veranstalter den BK.

      • admin sagt:

        also, ich denke auch, dass der BK eventuell über die Strukturen und Resourcen verfügen könnte, was das „Gütesiegel“ angeht. Eventuell. Das Problem ist nur, dass der BK eben NUR BK-Mitglieder vertritt. Punkt. (Das sind MEINE Erfahrungen mit diesem Verein, und die Landesverbände sind wahrscheinlich auch nicht anders in ihrer Politik). Nicht jede/r profesionell arbeitender Kollege/Kollegin will Mitglied in einem Verband sein, was ich auf der einen Seite gut verstehe. Andererseits könnte man gemeinsam aber wesentlich mehr erreichen. Aber der BK ist leider so gestrickt wie unsere gesamte politische „Elite“: die Verantwortlichen haben wenig Bezug zur Realität, wirkliche Interessenvertretung wird nur für einen kleinen Prozentsatz der Mitglieder gemacht. Das ist meine Meinung, und ich war Mitglied im BK, bin jetzt „nur“ noch im BdK Ba-Wü. Die qualitative Latte der Aufnahmejury hängt sehr hoch und ich kenne reichlich Leute, die gutes Handwerk machen und abgelehnt wurden. Das sind meist die Kollegen, die von ihrer Arbeit auch ihre Existenzsicherung erfahren und nicht die Handwerker/innen, die durch Lebenspartner und/oder Ehe sozial abgesichert sind und sich monatelang um die Entstehung eines KUNSTwerks kümmern können. Das nur mal am Rande bemerkt.
        Momentan versuche ich mich an einer Forumsoftware, damit die Diskussion – wie in den vorigen Posts angedeutet (und hier warte ich immer noch auf Meinungen)- zukünftig abseits der mitlesenden Öffentlichkeit fortgeführt werden kann. Hoffentlich mit reger Beteiligung des einen oder anderen Veranstalters. Dass diese Diskussion lange andauern wird und „ergebnissoffen“ (wie ich dieses Wort liebe, grins) geführt werden wird , ist wohl auch jedem klar, oder ? Nächsten Freitag werde ich für 12 Tage nochmal verreisen, bevors dann ins Weihnachtsgeschäft geht. Jörg Koch hat sich bereit erklärt, die Adminfunktion wähernd dieser Zeit zu übernehmen, Hierfür vielen Dank an dieser Stelle. Ob ich das Forum jedoch vor meiner Abreise fertigstellen kann, ist unwahrscheinlich, wenn sich jemand mit „phpbb“ Forumsoftware auskennt…..ich tus (noch) nicht.

  17. Eva Nibbe sagt:

    Als Veranstalterin, die guten Gewissens behaupten kann, sich wirklich zu bemühen, die hier aufgeführten Missstände zu vermeiden, frage ich mich: Warum kennt Ihr eigentlich die Veranstalter, die ihre Veranstaltungen zwar „Kunsthandwerkermärkte“ nennen – weil der Begriff nicht geschützt ist – die aber eigentlich nur Floh- oder Krämermärkte anbieten? Fast alle, die hier bis jetzt geschrieben haben, sind mir bekannt – und haben mit mir auch schon über das Thema gesprochen. Doch ich bin erstaunt, wo Ihr Euch alles hinverkauft.

    Ich bin ja nun eine Veranstalterin der ersten Stunde. Und ich habe gesehen, wie die Szene der Kunsthandwerkermärkte – und auch der Töpfermärkte – sich gewandelt hat. Von hehren Anfängen in den 80ern – als wir uns unabhängig von den geldgeilen und nur auf das eigene Bankkonto bedachten Hallenveranstaltern machen wollten – zu der Tatsache, dass immer mehr Marktverantstalter, die mehr oder weniger erfolgreich Flohmärkte auf die Beine stellten, feststellten, dass mit dem Begriff „Kunsthandwerk“ mehr Geld zu machen ist – und zu den Werkstattinhabern, die sicher waren, es besser zu können – oder eben auch erkannten, dass leichter Geld mit Marktorganisation als als Marktaussteller zu machen ist.

    Als wir Anfang der 1980er – in Süddeutschland – anfingen, gab es nur eine Handvoll Töpfer- und noch weniger Kunsthandwerkermärkte. Wir – damalige Veranstalter und auch Aussteller – waren uns einig: Wenn wir die Exklusivität erhalten wollten, darf es nicht mehr geben. Die Regionen, die Werbegebiete, waren klar aufgeteilt. Für einige damalige war jeder Markt außer ihrem eigenen schon zuviel. Ein Kunsthandwerker (Töpfer-)Markt sollte etwas besonderes bleiben.
    Doch dann sprangen immer mehr auf den Zug auf: Gemeinden, die ein Zugpferd für ausgelutschte Stadtfeste oder verkaufsoffene Sonntage brauchten, oben genannte Veranstalter anderer Veranstaltungen – oder halt auch nach dem Motto – wer nichts wird wird Wirt – und wer auch das nicht schafft, versucht sich als Veranstalter.
    Darf man erwarten, dass diese Leute wissen, womit sie es zu tun haben? Kann eine Sachbearbeiterin in einem Rathaus wissen, was Kunsthandwerk ist? Ist es im Interesse eines Flohmarktveranstalters, der für einen Kunsthandwerkermarkt ein vielfaches seiner gewohnten Standgebühren verlangen kann, eine so sorgfältige Auswahl zu treffen? Er will seine Forderungen bezahlt – und der Begriff „Kunsthandwerk“ verkauft sich besser als Flöhe.
    Oder der alternde Töpfer, der feststellt, dass man mit einem Markt um die Werkstatt herum die Rente aufbessern kann – und das so gut geht, dass man in jedem zweiten Ort der Region und möglichst im Werbegebiet eines etablierten Marktes terminlich kurz vorher einen Markt setzt. Die Gemeinden lecken sich die Finger danach – Citymarketing ohne Kosten, ohne Subventionen – Kunsthandwerkermärkte sind für alle ein gutes Geschäft.

    Das Problem ist: Sie kriegen sogar Aussteller. Euch. Ok – wenn Ihr qualifizierten Kunsthandwerker nicht hingehen würdet, würden halt die, die Ihr hier anprangert, die Märkte füllen. Das Wort „Kunsthandwerk“ würde dennoch leiden. Aber nicht so sehr wie wenn diese Schrottmärkte mit guten Kunsthandwerkern durchsetzt sind. Denn die Kunden – zumindest in Süddeutschland – wissen inzwischen die Unterschiede zu erkennen. Ein Markt, der wegen seiner Aussteller einen guten Ruf hat, hat immer noch mehr Erfolgschancen als ein Schrottmarkt, selbst wenn sie auf engem Raum stattfinden.

    Ihr habt Recht – wir „guten“ Veranstalter müssen aufpassen, dass solche Handels- und Hobbyware nicht auf unsere Märkte kommt. Ich habe da kein schlechtes Gewissen, denn ich bemühe mich. Ich brauche dazu die Hilfe der fachlich qualifizierten Kunsthandwerker, denn wie Rainer schon schrieb: Man kann nicht alles wissen – aber das klappt ganz gut. Ich wünschte, bestimmte Kollegen, die unter der gleichen Prämisse wie ich begannen, wären da auch konsequenter.

    Ihr könnt den Begriff „Kunsthandwerk“ nicht schützen, schon gleich gar nicht, seit das Handwerksrecht geändert wurde – was ja auch vorteilhaft ist. Elitäre Vereine können die Sache auch nicht retten – denn liebe unbekannte Ines – die Kunsthandwerkermärkte sind damals vor über 30 Jahren auch deshalb entstanden, weil es nicht möglich war, im BK einen Platz zu finden. Also hat man sich eigene Alternativen ausgedacht. Der BK hat sich davon sehr distanziert – diese Kunsthandwerker der Straße waren viel zu profan. Ich denke nicht, dass sich diese Einstellung geändert hat.

    Aber – liebe Kunsthandwerker – Ihr dürft auch nicht den Fehler machen, zu dem einige unter Euch tendieren: Alle Kunsthandwerker, egal welchen Metiers, als Lügner und Betrüger hinzustellen. Auch mit diesem Phänomen bin ich konfrontiert. Ich höre – von bestimmten und mir seit langem gut bekannten – Ausstellern immer wieder, dass fast alles, was auf den Märkten angeboten wird, gekauft, geklaut oder industriell und in Sklavenarbeit hergestellt ist. Ich musste schmerzlich lernen, dass ich auch den Aussagen meiner Fachleute nicht vertrauen kann. Ich kann als Veranstalterin nicht alle Metiers bis ins Detail kennen – also muss ich mich auf die Aussagen derer, die sich in einem Metier auskennen, verlassen. Leider ist das nicht immer sicher.

    Es ist ein schwieriges Thema – aber eines kann ich Euch versprechen: Bevor ich – bewusst – meine Märkte mit Handelsware durchsetze, höre ich auf.

  18. Hallo Rainer,Hallo Kollegen….
    zum Thema:natürlich tragen wir als Kunsthandwerker eine Mitverantwotung dem Kunsthandwerk und den Kunsthandwerkermärkten gegenüber und sollten alle dafür Sorge tragen,daß sich dieser Begriff nicht in Ramsch auflöst.Dazu gehört auch,daß man als Kunsthandwerker nicht jeden Markt ansteuert der Gewinn verspricht und sich Kunsthandwerkermarkt nennt ,dabei aber Hobby, Handel und Kunsthandwerk in einen Topf schmeißt.Wenn wir diese Märkte kollektiv meiden würden,würde sich dann nicht automatisch die Spreu vom Weizen trennen und klar sein,was Kunsthandwerker oder Ramschmärkte sind…..?
    So nicht auch für die Besucher?
    Solange wir uns selber nicht eindeutig abheben und uns weiterhin vermischen mit Hobby und Handel,wird es für unsere Kunden ein undurchschaubarer Jungel bleiben.
    Die Aufklärung besagter Betrügereien sollte sensibel behandelt werden zwischen uns Kunsthandwerkern und dem Veranstalter,so daß die Öffentlichkeit davon verschont bleibt .
    Übrigens,Vorführungen von uns Kunsthandwerkern dienen auch der Authentizität und geben den Kunden die Sicherheit wirklich Kunsthandwerk zu kaufen.
    So….liebe Leute ….jetzt zurück zum Lötkolben…Weihnachten steht vor der Tür…!
    Benno und Betina

    • admin sagt:

      Danke für die letzten Beiträge.

      Danke für die vielen Anrufe und den Telefonsupport.

      Ich fände es trotzdem besser, an dieser Stelle HIER eure Meinungen kundzutun. Oder zumindest mal dazu Stellung zu nehmen, ob wir die Diskussion öffentlich oder nicht öffentlich weiterführen wollen. Zum einen brauche ich mir wegen Forumserstellung keine Arbeit (mehr) zu machen, wenn ihr der Meinung seid, dass wir lesbar für alle weiterdiskutieren. Zum anderen sind wir aber auch jetzt an einem Punkt angelangt, wo es doch scheint, dass die Veranstalter ihre Meinung äussern wollen und ich persönlich in meinen Antworten beim Formulieren nicht immer daran denken will, wer das wohl mitliest. Immerhin hat dieser Blog in noch nicht mal 14 Tagen über 1000 Zugriffe gehabt. (Ich denke, es sind reale Zugriffe, keine Such – und Indizierungsroboter. Ich habe beim Erstellen des Blogs bestimmt -zig Mal aufgerufen, um zu sehen, wie alles aussieht, aber bestimmt nicht 1000x).

      @Eva Nibbe: danke, dass du den Weg hierher fandest und danke für den Beitrag. Das ist doch mal zumindest eine Grundlage für Pro und Kontra. Es ist interessant, den Ausflug in die Vergangenheit zu lesen, Mitte der 80er haben wir die „Galerie Glaswerk“ in Berlin eröffnet und hatten von KHW-Märkten im Wessiland wenig gehört, in (West)Berlin gab es sowas nicht, zumindest nicht in DER Form wie du sie beschreibst. (Hätte ich gerne miterlebt, ganz nebenbei).
      Ja, inzwischen hat sich die Welt aber 30 Jahre weitergedreht, Monopole sind gepurzelt, die freie Marktwirtschaft erlaubt halt auch anderen Veranstaltern an der Exclusivität zu kratzen. Inzwischen HABEN wir die Situation, so wie sie ist und müssen alle damit umgehen.

      Dein Vorschlag, und auch der von Benno und Betina, dass wir die „Schrottmärkte“ meiden sollen, hat sicher für diejenigen von uns Berechtigung, die nicht NUR auf die Markterlöse angewiesen sind. Ein Veranstalter mag von seinen 5 Veranstaltungen leben können, das können jedoch die wenigsten Kollegen. Die sogenannten „guten“ Märkte von den „guten“ Veranstaltern sind doch recht dünn gesät und ausserdem ist es wie jede/r weiss ja auch nicht gerade einfach, einen Platz auf einem „guten“ Markt zu ERhalten und zu BEhalten auch nicht. Diese Prozedere sind teilweise doch sehr undurchsichtig.

      Kann eine Sachbearbeiterin im Rathaus, eine Leiterin der Stadtmarketing GmbH oder eine Kulturamtsreferentin wissen, was Kunsthandwerk ist ? Klar kann sie (oder er), es gibt genügend Beispiele solcher Veranstaltungen (deren Namen ich nennen würde, wenn die Diskussion intern geführt wäre). Die Durchsetzungsquote mit Handelsware ist auch nicht viel höher oder niedriger als bei vielen „guten“ Veranstaltungen. Man muss halt Aufklärungsarbeit leisten und die Verantwortlichen unterstützen, wo noch Defizite sind.

      Komischerweise passiert mir bei vielen Veranstaltern immer das Gleiche: jeder, der die Kataloge mit der Handelsware und vor allem die Preise derselben sieht, ist total erstaunt und kann kaum glauben, dass es diese Ware in DER Form überhaupt gibt. Dabei wäre es relativ einfach, die Veranstalter müssten einfach mal die Frankfurter Messe besuchen, am Besten die „Ambiente“ im Februar. Dort mal in die Hallen fürs „Volumengeschäft“ gehen, das sind 2-3 Fussballfeldgrosse Flächen voller Drittlandware jeglichen Gewerkes. Ich habe JEDEM Veranstalter, bei dem ich ausstelle irgendwann eine Gratiseintrittskarte für diese Veranstaltung geschickt. Nicht weil ich so stolz auf unseren Messestand bin, sondern einfach um die Gelegenheit zu geben, sich das ohne Eintrittskosten mal anzusehen.

      Es war bisher niemand da. Nicht dass ich wüsste.
      Liebe mitlesende Veranstalter, die Messe Frankfurt gibt jedem Aussteller 100 Vouchers zum weitergeben (damit die Besucherstatistik nicht so in den Keller rauscht). Eine Mail an mich und ich versorge sie damit, die Messe ist vom 15. bis 19.Februar 2013.

      Darüberhinaus ist es dienlich, sich von kompetenter Seite beraten zu lassen, da gebe ich dir recht, Eva. Aber auch gefährlich, denn Falschbeschuldigungen sind Rufmord mit allen Konsequenzen. Heutzutage ist es einfach NICHT mehr möglich, die Handelsware in allen Einzelheiten zu erkennen. Es sei denn, man hat die dazugehörigen Kataloge und kann es eindeutig beweisen. So wie hier als Fotos veröffentlicht. Und selbst dann, wenn wirklich alles eindeutig und klar scheint, schreiten viele Veranstalter nicht ein. (Hier könnte jede/r in einer intern geführten Diskussion viele Beispiele geben). Ich kenne mich bei Glas relativ gut aus, auch durch unsere nun 20jährige Teilnahme an Handelsmessen. Aber ich kann natürlich nicht von jedem Artikel einen Katalog dabei haben. Die abgebildeten Beispiele sind die am meisten verbreiteten Exemplare im Glasbereich. Andere Gewerke kann ich nicht beurteilen, selbst bei Glas fällt mir das mittlerweile extrem schwer. Aber wenn ich vor manchen Ständen stehe (egal jetzt ob Glas, Bürste, Holz oder Keramik) und mir nur die Preise anschaue, mir dann noch 19% Steueranteil rausrechne……..da muss ich von Kunsthandwerk ja gar keine Ahnung haben, das sollte einem schon der gesunde Menschenverstand sagen, dass diese Produktion in Deutschland nicht realisierbar ist.
      Und wenn man als Standnachbar mitkriegt, wie die Teile aus Umverpackungen gezogen werden, wo noch „Made in China“ draufsteht, oder aus Verpackungen wo der Barcode abgebildet ist (alles erlebt auf „guten“ Veranstaltungen mit „guten“ Veranstaltern, jeglicher Protest wurde nicht beachtet oder ich erhielt Redeverbot)…………..aber das sind schon wieder Tatsachenfeststellungen, man sollte sich ja hier um Lösungsansätze bemühen, sorry für den Exkurs.

      Neben der Veranstalter“schulung“, sollten wir wir auch ruhig mal über die Vergabekriterien der Standplätze reden. Die Teilnahmebedingungen sollten mit einer (fast) eidesstattlichen (strafbewehrten) Versicherung versehen sein, die Konsequenzen bei Auftritten mit Handelsware eindeutig. Ich könnte mir auch vorstellen, dass neben Produktfotos bei der Bewerbung ein aktuelles Foto des Verkaufsstandes dienlich wäre und angefordert werden müsste. So könnte man verhindern, dass man sich mit Produkt A bewirbt und Produkt Y auspackt, wenn der Markt beginnt. Das setzt aber dann auch voraus, dass man als Veranstalter bei Neuausstellern mal vorbeischaut und auch HINschaut, auch gar nicht so selten, dass genau DAS eben NICHT passiert.

      @Benno und Betina: Vorführen am Stand ist sicherlich eine gute Massnahme, verhindert Betrug natürlich nicht. Ich bin -als ich noch mit rollender Werkstatt unterwegs war- auf einem Markt im weissblauen Bundesgebiet, an einem grossen See gelegen und von einem „Kollegenkollektiv“ veranstaltet, u.a. mit dem Hinweis: „wenn das jeder machen täte, dann wüssten die Leute ja wie schnell das geht und könnten sich die Gewinne auch bei uns Töpfern hochrechnen“ letztendlich nicht mehr zugelassen worden.

      Ab Freitag, wie schon erwähnt, wird Jörg eure Beiträge freischalten. Ich kann mich noch 2-3 Tage um ein Erstellen eines Forums bemühen, hier könnte ich auch Hilfe brauchen. Auf http://www.xxlboard.de kann man sich Foren einrichten, aber die Konfiguration ist wirklich zeitraubend, weil man (ich jedenfalls) alles durch „trial and error“ ausprobieren muss. Kennt sich denn da draussen niemand von euch aus damit ???

    • Hallo Betina,

      ich finde das Du einen sehr wichtigen Punkt formuliert hast – wir sollten daran arbeiten uns abzuheben und nicht jeden Markt anzusteuern so wie Du es beschrieben hast – dazu gehört unter anderem auch, das wir uns gegenseitig dabei behilflich sind und uns vor den Schrottmärkten warnen und / oder uns die guten Märkte (und es geht hier nicht alleine um Umsatz) gegenseitig mitteilen.

      Wir müssen aufklären und wir müssen uns absetzen!
      – und dafür müssen wir was tun – die Zeiten haben sich geändert auch für die Kunsthandwerker und es wird nicht mehr reichen, das jeder in seinem stillen Kämmerlein sitzt und sein Ding alleine macht (obwohl uns das ja im Blut ist).

      Im übrigen kann ich allen Kollegen, die sehr viele Märkte besuchen aus eigener Erfahrung sagen – die Masse macht es auch hier nicht immer – ich habe mich in den letzten Jahren nach einem gewissen Konzept immer mehr reduziert ohne an Umsatz zu verlieren.

  19. Ines sagt:

    Hallo in die Runde, tja , schade, was soll ich sagen. Ich bin Mitglied im BK , habe mich jedoch noch selten um Mitarbeit bemüht, da ich mit meinem Alltag total ausgelastet bin, so ist mir vieleicht entgangen wie der Verband tickt. ok. Aber ich denke trotzdem , dass eine Art Gütesiegel für „Professionelle“ Kunsthandwerker sehr sinnvoll wäre. Die Tatsache , dass wir „guten Khw´s“ auch auf weniger tollen Märkten zu finden sind liegt sicherlich an den von Rainer vorgebrachten Argumenten. Ich arbeite mit meinen lieben Kollegen Ulf zusammen und wir haben als einer der letzten Ausbildungsbetriebe in Rlp und mit 2 Werkstätten doch ne Menge am Bein. Also müssen wir ne Menge Veranstaltungen machen. Natürlich wäre auch ich dankbar wenn es nicht nur ein Gütesiegel für gute Kunsthandwerker gäbe , sondern auch eines für Veranstalter, dann könnte man sich vieleicht manchen teuren Flopp sparen. Zu diskutieren sind sicherlich die Kriterien für alle Beteiligten
    Also Rainer ich stimme dir zu , die Diskusion in einen weniger öffentlichen Rahmen zu verlegen.
    Vorführungen am Stand halte ich für keinen ernst zu nehmenden Ansatz um die Spreu vom Weizen zu trennen, außer es wird in einer Art betrieben wie z. B. auf dem Flachsmarkrt an der Burg Linn. Ansonsten ist es zumindest in meinem Gewerk fast unzumutbar áuch noch die schweren Werkstattutensielien mitzuschleppen, abgesehen vom Platzmangel in Autos und Ständen. Und nen bisschen modelieren, sorry aber das kann auch jede Hausfrau! ( Töpern kann ja schließlich Jeder…. )
    Ich denke also, ob mit oder ohne BK eine Stifftung Kunsthandwerertest muss her und wir sollten die dafür sinnvollen Kriterien sammeln.
    1. Punkt, der mir einfällt, erschlägt sich gleich wieder selbst : der Kunsthandwerker sollte sein Gewerk hauptberuflich betreiben und ein entsprechendes Gewerbe angemeldet haben. — oft kann ein Kunsthandwerker nur davon leben weil er Handelsware mitverkauft, und trotzdem , Rainer du hast recht, ist es wichtig hier klar Stellung zu beziehen. Für ein entsprechendes Gütesiegel geht dass nicht !
    So jetzt aber ab in die Werkstatt … schließlich sind wir vollkommen Handeslware frei und wollens auch bleiben !
    Später mehr
    Ines – vom Tonhaus

  20. Noch mal kurz zu dem Vorschlag …für die professionell arbeitenden Kunsthandwerker….die „Schrottmärkte“kollektiv zu meiden.Viele Kunsthandwerker ,so wie wir – lieber Rainer- leben ausschließlich von ihrem Kunsthandwerk und sind meistens gar nicht in der Lage so viele Märkte zu bestücken,es sei denn sie arbeiten im Sippenverband oder verkaufen Handelsware.Auf einem unserer letzten professionellen Märkte standen wir neben einem Kollegen der behauptete ,daß er genausogut bei einem Feuerwehrfest verkauft, wie auf einem professionellem Kunsthandwerkermarkt,dort aber nur minimale Standgebühren zu bezahlen hat .Was hat man da von einem Gütesiegel,wenn man demnächst auf jedem Ramschmarkt auch noch Kunsthandwerker mit Gütesiegel findet!???
    Wenn Gütesiegel,dann sollten die guten Märkte durch dieses Siegel für die Kunden erkennbar sein.Ansonsten könnte es für die Kunden noch verwirrender werden,wenn auf
    allen möglichen Jahrmärkten Kunsthandwerker mit Gütesiegel auftauchen.
    Oder?

    • admin sagt:

      @Betina
      @Jörg
      Hier bin ich anderer Meinung, so pauschal kann man das nicht stehen lassen. Zumal ich zu denen gehöre die glücklicherweise mittlerweile im „Sippenverband“ arbeiten (ich gehe mal davon aus dass der Begriff positiv besetzt ist) und dadurch auch in der Produktion immer soviel hergestellt werden kann, dass viele Märkte bedient werden können. (Und ausserdem die Messeauftritte). Zu meiner Sippe gehören meine Frau(die mit produziert), unser Sohn (der uns vom Internetauftritt bis zur Visitenkarte die gesamte „Aussenfassade“ gestaltet) und meine beiden Brüder sind ebenfalls Glasbläser. Einer dieser war Laborglasbläser und hatte eine gut funktionierende eigene Firma, bis ihn die Chinesenimporte im Laborglas zur Aufgabe gezwungen haben und er jetzt mit und für uns produziert und arbeitet.
      Man könnte anstelle von Sippenverband auch Familienunternehmen sagen…..bis auf Sohnemann sind wir alle Handwerker.
      Wir haben mit den Erlösen unserer Tätigkeit besagten Sohn grossgezogen (inzwischen 25), mein Bruder hat 2 Kinder (10 und 12) und jeder, der hauptberuflich so arbeitet (also ohne einen Mitverdiener an seiner Seite) und Kinder hat weiss, was da Sache ist in punkto „cashflow“. Mir wäre es auch lieber, ich würde -wie bis zur grossen Krise von 2008- unseren Betrieb durch Exportkunden und Grosshandelserlöse am köcheln halten und vielleicht im Sommer 10 Märkte machen. So war das nämlich. Inzwischen hat sich das leider umgedreht, auch die Ladenkunden kaufen überwiegend beim Chinesen und wir machen jetzt weniger Messen und mehr Märkte. Wir könnten niemals nur die „guten“ Märkte besuchen, von denen hier die Rede ist (wobei der Begriff „gut“ hier erstmal noch genauer definiert werden müsste) und über die Runden kommen.
      Ausserdem gibt es Sommerware und Winterware (so ganz grob pauschalisiert) und wir machen eindeutig Sommerware. Andere Kollegen stellen eher Winterware her, die sich im Sommer nicht so gut verkauft. Auch die Preisspanne ist ja mit ausschlaggebend, für die Preisspanne, die wir anbieten, brauchen wir einfach viele Kunden.
      Ich halte nicht viel von einem „Gütesiegel“ für Aussteller, aus den schon erwähnten Gründen, nämlich dass es entweder komplett und von Grunde auf von uns neu definiert, erschaffen, propagiert und verbreitet werden müsste (wer um Himmels Willen sollte denn von uns die Zeit, die connections und das KnowHow für ein solches Projekt haben ??) ODER man begibt sich in die „Obhut“ des BK (wo die Strukturen eventuell vorhanden sind und genutzt werden könnten) aber mit dem BK hat so manche/r seine Probleme, das klang ja auch schon an. Meiner Meinung nach steht immer noch die „Aufklärungsarbeit“ für Veranstalter im Vordergrund: was ist Handelsware, wie kann man sie erkennen, wie kann man seine Teilnahmebedingungen so formulieren, dass Handelsware nicht auftaucht, wie verhalte ich mich als Veranstalter, wenn ich Handelsware auf meinen Märkten finde oder darauf hingewiesen werde, wie formuliere ich meine Verträge mit den Ausstellern, so dass ich als Veranstalter auch mal jemand auffordern kann, die Sachen abzubauen (ohne dass der Aussteller gleich mit dem Anwalt droht)….so was halt. Also langfristig eher ein Gütesiegel für Märkte und klar auch, dass wir uns -wie Jörg das einbringt- intern besser vernetzen und besser kommunizieren müssen.
      Und nochmals zur Erinnerung, das Thema hier ist Betrug auf den sog. „professionellen“ Handwerkermärkten. Nicht Betrug auf Feuerwehrfesten. Auf Feuerwehrfesten MUSS ich als Teilnehmer IMMER mit Handelsware rechnen. Genauso wie auf den jetzt so hypen Gartenevents und Lebensartfestivitäten. Was mich ärgert -und letztendlich zum Entstehen dieses Blogs führte- ist der Betrug auf den „Profi“Veranstaltungen und den Veranstaltungen, die sich das Schild Kunsthandwerk über den Markt hängen. DA sollten wir was machen. Teilnahme an Feuerwehr- Stadt- Volksfesten etc. ist in meinen Augen „auf eigenes Risiko“ und die Entscheidung muss jede/r selber treffen.

      Nochmals die Bitte, wenn sich jemand mit Forenkonfiguration auskennt….ich bin noch 2 Tage hier, dann verreist und ich kann in diesen 2 Tagen kein Forum konfigurueren und da, wo ich hinfahr, gibts kein Internet…..

      • @Rainer
        Natürlich ist es müssig darüber zu diskutieren wieviele Märkte man besuchen muss um mit seinen Verpflichtungen und Wünschen klarzukommen – trotzdem bin ich der festen Überzeugung, das es eine Menge Kollegen gibt, die etliche Märkte besuchen und dort nur das Geld wechseln – also bei richtiger Kalkulation eigentlich gar nichts übrig haben. Und da bin ich schon der Ansicht das man in diesen Fällen mal genauer selbstkritisch hinschaut welche Veranstaltungen man aufsucht. Darum ging es mir.

  21. Eva Nibbe sagt:

    Betina – Du hast da einen sehr guten Punkt genannt – ein Gütesiegel für Kunsthandwerker wird aus den von Dir genannten Gründen ganz schnell für die Tonne sein. Es wäre sogar mehr als peinlich, wenn die Kollegen sich nicht mehr disziplinieren würden – was sie garantiert nicht tun, denn ein Feuerwehrfest ist ja kostengünstiger – und ein Pseudo-Flohmarkt, der als Kunsthandwerkermarkt firmiert, auch.
    Viel wichtiger wäre es, die Märkte mit Siegeln zu versehen. Das fände ich sinnvoller! Ich versuche es ja schon, in dem ich auf meiner Webseite nur Veranstaltungen nenne – nein, nicht nur meine, es ist soll eine Seite für Kunden sein, nicht für Bewerber – die meiner Meinung nach dem Anspruch entsprechen, die ich an Märkte stelle. Bei manchen, das gebe ich zu, muss ich selbst mit den Zähnen knirschen – wie ich oben schon schrieb würde ich gerne einigen meiner Veranstalterkollegen mehr Konsequenz wünschen. Doch die Liste könnte viel besser sein, wenn die Aussteller das bewerten.

    Wie mehrfach hier schon gesagt wurde ist wohl kein Markt zu 100 % sauber von Handelsware, weil gelogen und betrogen wird. Manches merkt auch ein bemühter Veranstalter erst, wenn der Stand steht – oder er sogar von Ausstellern darauf hingewiesen wird – weil er es nicht erkennen KANN, das hatten wir schon.

    Allerdings gibt es auch umgekehrt ziemlich problematische Hinweise auf angebliche Handelsware. Manche Kunsthandwerker denunzieren tatsächlich – und unberechtigt. (Informationen nenne ich nicht denunzieren – das sind, wenn sie berechtigt sind, notwendige Hinweise). Aber ich habe immer wieder Aussteller, die auf alle Kollegen aus ihrem Metier losgehen und falsche Hinweise geben, wie auch immer ihre Motive sein mögen. Ich hatte das jetzt wieder bei einem Textilstand, mit dem ich erst seit zwei Jahren arbeite. Eine andere Textilerin ging massiv und mit Drohungen auf diesen Aussteller los – mir gegenüber natürlich. Da ich sie gut kenne, war ich erst mal erschrocken und glaubte ihr. Doch dann forschte ich nach – und stellte fest, es stimmt nicht. Die Sachen, die in dem Stand angeboten werden, sind absolut kunsthandwerklich entstanden – mehr als bei vielen anderen und kleineren Textilständen.

    Ein Punkt in meinen Teilnahmebedingungen ist: Die Kunsthandwerker müssen selbst in ihren Ständen stehen, da wir damit werben, dass ein Gespräch mit dem Handwerker oder Künstler möglich ist. Leider ist auch das ein Punkt, der immer mehr verwässert. Ich sehe ein, dass man einen „Ersatz“ schickt, wenn man kurzfristig krank wird oder die Tochter heiratet, was sie ohnehin garantiert ganz kurzfristig tut – aber ich habe meine Probleme mit denen, die eine extra Kavallerie für ihre Verkäufe haben. Nur war ich selbst mal so eine Verkäuferin, als ich mit der Keramik meiner Schwester auf Märkte ging. Da es zwei Berufe sind, die nicht alle beide beherrscht werden – Kunsthandwerker und Verkäufer – ist es manchmal besser, wenn die Kunsthandwerker nicht selbst hinter ihren Ständen stehen. Auch das wäre aber ein Punkt für das Qualitätsmerkmal eines Marktes: sind mal mindestens die Mehrheit derer, die hinter ihren Ständen stehen und Kundengespräche führen, auch diejenigen, die die Sachen in ihren Werkstätten hergestellt haben… (Was nun nichts mit Handelsware zu tun hat – wobei sich die Frage stellt: Was ist, wenn der Kunsthandwerker seine Arbeiten sozusagen zur Vermarktung auf den Märkten einem selbständigen Freund oder Verwandten weitergibt, der eigenständig auch die Kosten für diese trägt, aus seinem Anteil… Ich habe mal gelernt, das ist Handel.

    Nur mal so ein paar Gedanken, denn Euer Thema hier ist so alt wie die Märkte…

    • Eva – sicherlich ist das Thema so alt wie die Märkte – aber es kocht eben jetzt mehr hoch weil der Druck für alle größer wird.

      Ich mache ja erst Märkte seit 2000 und wenn ich von den Kollegen höre was in den 80er und 90er Jahren so los war mit den Verdiensten, dann waren das goldene Zeiten, die eben heute so nicht mehr sind. Jeder muss Abstriche machen oder es müssen lieb gewordene Gewohnheiten über den Haufen geworfen werden usw. Man muss sich umstellen, neue Konzepte entwickeln u.a.

      Dazu gehört auch das wir das mal bekakeln was wir denn so gemeinsam unternehmen können um das Kunsthandwerk und die Märkte vor dem Absturz zu retten. Und da finde ich es außerordentlich wichtig und aufschlussreich auch mit den Veranstaltern in Kontakt zu treten – Du bist ja momentan eine der wenigen Veranstalter, die sich in diesem Blog zu Wort melden – weil wir nur weiter kommen können, wenn die beiden Seiten sich austauschen und auf diese Weise mal mitbekommen wie die andere Seite tickt. (Das Thema Denunziation und einiges andere fand ich schon interessant).

      • Eva Nibbe sagt:

        Jörg – es gibt keine „andere Seite“. Ich möchte bitte nicht mit anderen Veranstaltern in einen Topf geworfen werden – da bin ich ganz komisch. Ich ticke garantiert nicht wie die meisten anderen Veranstalter, da bin ich sicher!
        Das mit dem „Austauschen“ ist deshalb so eine Sache.
        Ich bin wie Ihr der Meinung, dass diesem von Rainer angesprochenen Betrug etwas entgegengesetzt werden muss. Ich rechtfertige mich auch nicht, wenn es auf meinen Märkten doch ab und zu mal nachgewiesene Handelsware gibt – höchstens damit, dass tatsächlich gelogen und betrogen wird.
        Ich fürchte nur, wenn Ihr das Problem grundsätzlich angehen wollt – nämlich bei den Ausstellern, mit einem „Gütesiegel“ z.B. – klappt das nicht. Denn den Veranstaltern wird egal sein, ob einer ein Gütesiegel vorweist oder nicht, sie nehmen weiterhin, wer sich anmeldet, um ihre Märkte und Geldbeutel voll zu kriegen. Die Aussteller, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen auf diesen Märkten bewerben, könnte Ihr nicht bestrafen – das ist denen nämlich egal, es gibt keine rechtliche Grundlage. Ich kann dazu auch noch verraten: Ich werde immer öfter damit konfrontiert, dass ich, wenn ich Bewerber nicht zulassen, eben weil sie den Teilnahmebedingungen nicht entsprechen, zu hören bzw. zu lesen bekomme, ich sei unverschämt – und dass sie aber doch auf dem oder dem anderen Markt teilgenommen haben, durchaus eben auch Märkte, die eigentlich einen guten Ruf haben. Nun ja.

        Ich denke wirklich – bei den Veranstaltern müsst Ihr ansetzen. Das Problem ist dann aber: der Veranstalter ist verantwortlich für den Umsatz, den seine Aussteller machen. Und damit sind wir beim Hauptproblem von wegen „andere Seite“: Wir ziehen eigentlich am gleichen Strang. Manchmal kann man sich noch so bemühen, es gibt zu viel Dinge, die man nicht beeinflussen kann.

        Jeder muss seine Arbeit machen, meine ist es, die Märkte mit dem Geld, das ich von meinen Ausstellern bekomme, so optimal wie möglich zu bewerben. Das kann ICH nur wenn ich hochwertiges Kunsthandwerk garantieren kann. Andere Veranstalter mögen das anders sehen, Ich sehe es so. Und ich sehe: Ein Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt ist gemeinsames Projekt von Organisation UND Ausstellern. Wir arbeiten nicht auf zwei Seiten, sondern gemeinsam auf einer, nämlich ein gutes Produkt zu vermarkten.

  22. Peter Wendt sagt:

    Letztes Wochenende hatten wir einen Markt. Auch hier sind wieder Kettenauffädler und „Kunsthandwerker“ mit überwiegend Handelsware reingerutscht.
    Dazu 2 Anmerkungen:
    1. Bei jedem Markt gehe ich laufend durch und suche Resonanz. Diese zeichnet sich immer wieder so aus, dass schlechte Ware liegen bleibt und Kunsthandwerker mit Niveau Umsatz machen.
    2. sehe ich Handelsware, lasse ich diese abräumen! Haben diese Händler nichts mehr zu verkaufen ist es ihr Problem. Argumente wie „ich habe die Teilnahmebedingungen nicht gelesen“ kann ich einfach nicht gelten lassen.
    3. Es wird eine ewige Selektion von Ausstellern bei uns geben. Wir haben 30 % der Aussteller von der Liste entfernt. Mir ist es egal auf welchen super Märkten oder eher „Supermärkten“ diese ausstellen.
    Dies sehe ich als Verpflichtung von der Veranstalterseite her. Natürlich habe ich gut reden, ich lebe nicht absolut von meinen Märkten.
    Auf http://www.kunsthandwerker-markt.de/ werden die Märkte selektiert, auch Hobbyleute haben ihr recht austellen zu dürfen. Wenn ein Profi sich auf einem Hobbymarkt anmeldet, soll er nicht schimpfen.

  23. Peter Wendt sagt:

    @ Eva wenn sich jemand mit Fotos von seiner Ware vorstellt, die Ware aus Glas Stein oder Holz ist, auch hatte ich schon eine Weberin, diese dann mit anderer Ware kommen, was mache ich? 2-3 stände kann ich schließen. Wenn zu große Lücken entstehen, ist die Optik nicht gut. Hatten wir jetzt am Abend, da einige gemeint haben, Öffungszeiten sind eh egal. Der Markt leidet und dadurch auch die, die in diesem Forum Kunsthandwerkermarkt richtig sind.
    Klar kann ich auf meine Teilnahmebedingungen verweisen

  24. Peter Wendt sagt:

    @ Eva „!der Veranstalter ist verantwortlich für den Umsatz, den seine Aussteller machen.“

    An Publikum hat es noch nie auf meinen Märkten gemangelt. Das ist auch was den Umsatz für die Aussteller ausmacht. Publikum bekomme ich durch eine Harmonie auf dem Markt und durch: Werbung!

    • Eva Nibbe sagt:

      Zur Strategie sage ich hier nichts, das ist nun wirklich nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Know how kann hier nicht diskutiert werden.
      Doch das Problem, dass Leute anders anbieten als das, womit sie sich im Vorab beworben haben, ist schon interessant. Klar – sie haben Handelsware, das kenne ich auch – aber immerhin in dem Bereich, mit dem sie sich beworben haben, was es ja manchmal eben so schwierig macht. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand mit total anderem Angebot kommt als dem, womit er sich beworben hatte. Gehört habe ich davon allerdings schon öfter. Vielleicht ist meine Strategie der Vorauswahl doch nicht ganz schlecht – doch auch die werde ich hier nicht im Detail besprechen, tut mir Leid. Zu verbessern ist immer was, das stelle ich allerdings nicht in Frage.

  25. wenn alles klappt, dann ist dies mein erster beitrag, den jörg freischaltet und mein letzter vor unserer reise. ich bin gespannt, wie sich die diskussion die nächsten 2 wochen entwickelt und hoffe, auf mehr beteiligung. von ausstellern und auch veranstaltern.
    das feedback, das mich von veranstalterseite her hier über mailkontakt erreicht läuft jedenfalls darauf hinaus, dass die diskussion im abgeschlossenen raum mit noch weiteren verantaltern freier geführt werden könnte, das klang ja auch hier im blog an.
    @eva nibbe: kann ich deine zeilen („zur strategie sage ich HIER nichts, know how kann HIER nicht diskutiert werden) so verstehen, dass man diese punkte aber dann doch noch abseits der öffentlichkeit ansprechen wird ??
    mittlerweile habe ich auch eine elegante lösung gefunden, wie es ohne zeitraubende forenkonfiguration gehen könnte (tip von unerem sohn): mann könnte diesen blog 1:1 spiegeln und in ein passwortgeschütztes verzeichnis auf unserem webspace packen. jede/r, der rein will, braucht eine zugangsberechtigung, die vorher -von wem auch immer- vergeben werden muss. so die theorie, praxistest dann in 2 wochen. mein vorschlag, meine bitte, dass ihr euch bis dahin überlegt, wie wir damit verfahren wollen. mit sowohl der zugangsberechtigung als auch mit den themen, die behandelt werden müssen. kommt einstweilen gut durch den herbst, grüße rainer

    • Eva Nibbe sagt:

      Rainer – es gibt Dinge, die werde ich überhaupt nirgends besprechen, schon gleich gar nicht mit anderen Veranstaltern. Es ist ja schön, dass diese sich bei Dir per Email gemeldet haben – ich finde es seltsam, dass sie sich hier nicht äußern.
      Ich spreche gerne über die Auswahl und die Qualität von Ausstellern, weil ich mir wünschen würde, andere Veranstalter von Veranstaltungen, die überhaupt die Chance hätten, anspruchsvoller zu sein – oder auch es mal waren – wären da konsequenter. Aber die Kollegen beweisen: Man lässt sich ungern in die Karten schauen. In einige lass ich mir auch nicht schauen.
      Ich habe es weiter oben schon mal erwähnt: Als wir begannen, waren wir der Meinung, Kunsthandwerk braucht eine gewisse Exklusivität. Das ergibt sich schon aus der Tatsache, dass Kunsthandwerk im Großen und Ganzen Einzelstücke und keine Massenware anbietet.
      Es wäre sinnvoller, wenn Ihr guten, anspruchsvollen Kunsthandwerker auch sorgfältiger mit der Auswahl Eurer Veranstaltungen umgehen würdet. Dann säubert sich der Markt von selbst.

      • Eva Du hast recht – wenn die anspruchsvollen Kunsthandwerker sich ihre Veranstaltungen sorgfältiger auswählen würden, dann wären die schlechteren Märkte sichtbar noch schlechter aber auch von der anderen Seite wird ein Schuh draus – wenn die Veranstalter sorgfältiger und anspruchsvoller auswählen würden und vielleicht nicht immer bis an die Grenze ihrer Möglichkeiten Standplätze füllen würden dann würden auch diese Märkte wieder den Weg nach oben gehen können. Dein Satz gilt also für beide Seiten.

  26. Eva Nibbe sagt:

    Jörg – das „wieder“ in Deinem Text ist der Knackpunkt. Die Märkte, die anspruchsvoll geplant waren und die heute aber nur noch aufgefüllt werden – ja. Sag ich die ganze Zeit: Da sollten sich die Veranstalter etwas mehr Mühe geben.

    Doch wenn ich mir anschaue, wo überall anspruchsvolle Kunsthandwerker angemeldet sind – und keineswegs nur vor der Haustüre, wo ich es ja noch verstehen würde – da kann ich nur den Kopf schütteln.

    Wobei es natürlich oft ein anderes Problem gibt: Grundsätzlicher Ausstellerschwund. Gegen den gibt es kein Mittel, wenn man dem Anspruch genüge tun will. Denn leider ist eine gewisse Anzahl Aussteller notwendig, um die Märkte zu finanzieren – und das ohne dass der Veranstalter sich eine Villa leisten kann. Ich spreche jetzt von tatsächlichen Kosten in Verbindung mit der Marktorganisation. Entweder man muss dann einen Markt auffüllen – mit allem, was man kriegt – oder aufhören. Ich hoffe, ich mache letzteres.

  27. admin sagt:

    Inzwischen wieder im Lande und ein wenig verwundert. Ausser der Feststellung , dass es jetzt „Kunsthandwerker“ und „anspruchsvolle Kunsthandwerker“ gibt habt ihr keine weiteren Erkenntnisse oder Vorschläge ? Come on, Leute…..das kanns doch nicht sein, oder ? Also, wer die wenigen Wochen vor der Weihnachtsrunde sich z.B. an Themen wie:

    – wie sollten Auswahlkriterien und Vertragsgestaltung beschaffen sein, um Handelsware auf
    (jaja) „anspruchsvollen“ KHW-Märkten möglichst zu minimieren

    beteiligen will……..ich kann hier auf dieser Seite eine neue Sparte einrichten, Passwortschutz einrichten und wir können noch eine Weile abseits der Öffentlichkeit weiterreden………

    Ich werde mal so ca. 7-10 Tage warten, von heute an. Wer mitreden will bitte Mail an mich: post@galerie-glaswerk.de , ich verschicke dann die Passwörter. Mach ich aber nur, wenn sich Leute finden und Interesse vorhanden ist.

    Und nach wie vor richtet sich dieser Aufruf an Kollegen UND Veranstalter

    Rainer

  28. admin sagt:

    Die weitere Diskussion findet passwortgeschützt statt. Oben in der Leiste ist ein neues Feld „Intern“, see you there….

  29. Hallo Herr Schrade und Teilnehmer im Forum,
    seit 30 jahren machen wir (Herzing /Finn) Khw-Märkte, ausgehend von der Brauchtumspflege. Damals gab es eigentlich kaum Khw-Märkte und wir waren glücklich daüber, all die tollen Menschen zu finden, die im „Verborgenen“noch Techniken pflegten, die am aussterben waren. Das waren oft auch „Hobbyleute“ mit Fachwissen! Es ging allen um die Sache und weniger ums Geld. Die Zeiten haben sich geändert, manche „Ständler“ sind findig, aber auch ich als Veranstalter bin kompetenter geworden, habe in vielen handwerklichen Bereichen „Grundkurse“ gemacht, um mehr davon zu verstehen und eben genau das angesprochenen Problem besser erkennen zu können. Trotzdem bin ich immer wieder auf die Hinweise von Mitausstellern angewiesen um meine Märkte „sauber“ zu halten. Ein Graus ist es, wenn mich mal wieder die Zeitschrift „Messen & Märkte“ mit der Veröffentlichung meiner Termine im Visier hat, da kommen dann die seltsamsten „Bewerbungen“ 5 Stunden vor Marktbeginn.
    Ich achte auf eine gute und gepflegte Umgangsformen zwischen mir und unter den Ausstellern. Ein vertrauenssvolles Verhältnis und 30 Jahre am „Markt“ face to face ergeben auch eine Grundlage dafür, daß sich alle an die vorgegebenen Regeln halten. Wer es nicht tut, wird bei einem anderen Veranstalter Platz finden.
    Wir alle, die an echtem Kunsthandwerk und angewandter Kunst interesiert sind, werden darauf achten. Das wird zu eine Entwicklung führen, die sich wie die Schere in der Gesellschaft darstellt. Unser Khw Leben wird in Zukunft also nicht einfacher oder einträglicher – aber vielleicht geleichgesinnter werden. Davon werden wir evtl. nicht leben können, aber, das mag dann genau zur „Bereinigungskurve“ führen die notwendig ist. Wer überlebt wird der „Markt“ entscheiden. Und dann fangen wir vielleicht wieder da an wo wir vor 30 Jahren begonnen haben.
    Klingt pessimistisch – aber ich bin zuversichtlich, denn: wir sitzen im selben Boot!
    Christine Finn
    odenwaldmaerkte & ostereiermaerkte

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